„’Morgen war schon’ ist auch ein Roman über das Aufbrechen von Beziehungen. Dinge, die, vielleicht ein Leben lang ungeklärt waren und biografische Wechselfälle werden sehr schön und beeindruckend erzählt. Ich habe das sehr gern gelesen und fand dann auch das letzte Drittel sehr mutig, sehr couragiert, so etwas wie diese Liebe zu dem Baby habe ich in der zeitgenössisch deutschen Literatur nicht gelesen in den letzten Jahren. Dieses sehr schwierige Gefühl, daß einerseits ein großes Glück empfunden wird, und dann die tiefe Trauer über den Tod – daß Helminger sich das zutraut und daß ihm das auch noch gelingt, das ist schon bemerkenswert.“

(Maike Albath, Deutschlandfunk, 9.11.2007 über "Morgen war schon")

        Fotos: T. Plum       

Wie nebenbei erzählt Helminger in zahlreichen Handlungssträngen auch noch mehrere Generationen Familiengeschichte. Und das kann er: Immer so ausführlich wie nötig, so fragmentarisch wie möglich. Und verdammt relevant. Weil er dem realistischen Erzählen einen neuen Sound, eine neue Form gibt. Wie es möglich ist, dass die Frankfurter-Buchpreis-Jury einen derart guten und wichtigen Roman mit völliger Ignoranz straft, ist unbegreiflich.

(Martin Becker, Falter, November 2007 über "Morgen war schon")

 

„Wir haben ja alle unseren Huscher. Aber was der Luxemburger Kreativberserker Guy Helminger, da seinem Personal andichtet – halleluja. (…) Treu geblieben ist Helminger dankenswerterweise dem grandios eingesetzten Stilmittel der wunderschönen Lichtmetaphern, die den ganzen Roman durchziehen, einen Gutteil seiner visuellen Kraft ausmachen und ihm an vielen Stellen eine lyrische Note geben. Darüber hinaus erreicht das Buch vor allem an seinen traurigen Passagen eine stille Tiefe, in der Augenblicke menschlicher Erschütterung in geradezu seismografischer Genauigkeit aufgezeichnet werden. (…) ’Morgen war schon’ ist pointiert, vielschichtig, überzeugend und in sprachlicher Hinsicht wahrscheinlich eine der gelungensten Neuerscheinungen der Saison. Absolute Empfehlung!“

(Thomas Rieder, The Gap, November 2007 über "Morgen war schon")

                             

 

„Guy Helminger (...) ist der deutsche Meister im Versammeln von Nahaufnahmen menschlicher Wesen, die unter uns weilen, aber ganz gewaltig mindestens einen, na ja, an der Waffel haben. (...) Von der Prägekraft der Familiengeschichte erzählt Helminger und dem manchmal grausamen Einbruch der Zukunft. Berührend ist das und bilderstark. Ein Alltagsroman, ja, ein Kleineleuteroman auch. Also einer für uns alle.“

(Elmar Krekeler, Literarische Welt, 3.11.2007 über "Morgen war schon")

                             

 

„Guy Helminger verknüpft in Morgen war schon die Geschichten zweier Generationen zu einem Patchwork-Familienroman, der einen anfangs zum Lachen bringt, am Schluß zum Weinen.So traurig endet das kurze Glück von Louise und Feltzer. Trotzdem ein Buch, das sich bis zur letzten Seite lohnt“

(Brigitte, 18.12.07 über "Morgen war schon")

                                                       

 

„Morgen war schon ist die Geschichte eines Paars, das zögernd zueinander findet, während ihnen das Wichtigste genommen wird. Helminger entwickelt diese Geschichte mit viel Zeit. Er tastet sich durchs spröde Großstadtleben in einzelne Schicksale vor und entwirft eine moderne Tragödie über ein schutzloses Paar, das am Ende für sich bleibt, weil Freunde und Verwandte immer nur mit der eigenen Tragödie beschäftigt sind. In den Gesten und subtilen Beobachtungen Helmingers ist die stille Trauer über die große Lücke, die bleibt, eingraviert.“

(Anja Hirsch, WDR3 Mosaik, 8.11.2007 über "Morgen war schon")

                              

 

„Ein Roman mit grotesken Einfällen und doch weitaus mehr als eine Groteske: Hier wird deutsche Geschichte erzählt.“

(Hajo Steinert, Deutschlandfunk, 11.9.2007 über "Morgen war schon")

 

Helminger ist von Hause aus Lyriker. Und vielleicht deswegen wachsen Sätze aus den Seiten, an denen man sich kaum satt lesen kann... Helminger ist ein nachtschwarzer Humorist, ein hellsichtiger Menschenkenner, ein Sprachchoreograph, ein literarischer Bewegungskünstler von Graden... Was allein das Licht in diesen Stories alles kann... Helminger schickt sein literarisches Licht allerdings nicht zum Selbstzweck in die Welt. Durch den Milchglasboden, auf dem wir stehen und den wir Realität nennen, schickt er es und macht sichtbar, was im Untergrund, im Abgrund des Alltags vor sich hin wuselt. Schön ist was anderes. Schöner erzählen kann man es kaum.

(Elmar Krekeler in der Literarischen Welt über "Etwas fehlt immer")

 

In ihrem grotesken Humor, ihrem scharfen Blick auf die Rituale mißlingender Kommunikation und die verräterischen Kleinigkeiten, in denen dieses Mißlingen zum Ausdruck kommt, gehören diese Geschichten  zum Interessantesten, was die deutsche Erzählliteratur zur Zeit zu bieten hat.

(Hubert Winkels im Deutschlandfunk über „Etwas fehlt immer“)

 

Als ich diese Gedichte ein erstes Mal las, die Leseerfahrung seines vorletzten Gedichtbandes „LeibEigenerLeib“ noch frisch im Gedächtnis, fielen mir vor allem zwei Dinge auf: Daß Guy Helminger mit schöner Rückhaltlosigkeit sich Welt aneignet… und daß er ein unheimlich gutes Gefühl für rhythmische Abläufe, für einen heutigen Sound hat. … Die Gedichtzeilen, die Wortreihungen schillern, aber sie becircen auch unser Ohr. Ich glaube, daß Guy Helminger seine Gedichte mit dem Ohr schreibt, daß Sprache für ihn vor allem auch Klang ist. In seinen Gedichten will er über den herkömmlichen Sprach- und Wahrnehmungshorizont hinaus auf ein unbekanntes Feld voller Ahnungen, voller irrationaler Schwingungen und „flimmernder Entfernungen“, die mit Wortspielen, Alliterationen und aufgelesenen Redewendungen in verschiedenen Stimmlagen vibrieren.

(Joachim Sartorius in Sprache im technischen Zeitalter 2002)

 

Ich bin neugierig auf Guy Helminger, weil er mit einer geglückten sprachlichen Fügung, mit einem Gedicht als Sehhilfe sozusagen, Lyrik als präzisem und geeichtem, weil durch eigene Beobachtung der Realität auf seine Stimmigkeit hin überprüfbares, optischen Instrument, schlicht und einfach meinen Alltag verändert hat… Er liefert uns Lesern nicht das, was wir erwarten, sondern das, was wir wirklich brauchen: Literatur als Lebensmittel, unausdeutbare und verstörende Parabeln einer zweiten Wirklichkeit, durch die die uns umgebende erste Wirklichkeit erklärbar und damit überhaupt erst lebbar wird.

(Denis Scheck in seiner Laudatio auf G.H. zur Verleihung des Servais-Preises 2002)

 

Guy Helminger schafft es mit nahezu aufreizender Lässigkeit, Töne anzustimmen, die in der gegenwärtigen deutschsprachigen Lyrik selten zu hören sind. (...) Mir scheint, mit ihm haben wir (endlich) sowas wie den designierten Henri Michaux unserer Tage: einen Unbeirrbaren, schräg gegen den Wind, mit einem Augenzwinkern, böse und doch gentle genug, ein seltener Glücksfall eben!

(ndl zu „Ver- Wanderung“ 2002)

 

Helmingers Kurzgeschichten sind Miniszenarien wie für Filme von David Lynch. Was Wahn ist, und was Realität, weiß der Leser bald nicht mehr zu unterscheiden. Aber Helmingers surreale Plots würden ihre unheimliche Kraft nicht entwickeln, wenn die Sprache, von der sie getragen werden, nicht so realistisch wäre. (...) Seinen Sätzen wohnt Unheil inne. Als Psychogramm unseres Alltags sind diese Geschichten aussagekräftiger als die meisten kürzeren Erzählungen der letzten Jahre.

(Frankfurter Allgemeine Zeitung zu "Rost" 2002)

 

Helminger beherrscht die Erzählstruktur der Kurzgeschichte, ein Genre, das konzentrierte Straffung und ausgeklügelte Wortgestik verlangt;  er pointiert mehr andeutend als offenlegend den jeweiligen Stoff zum „einmaligen Erlebnis“. Seine Personen- und Milieuschilderungen gewinnen durch seine Erfahrung als wort- und rhythmuskalkulierender Lyriker an Dichte, an Sinnenhaftigkeit.

(D’Letzebuerger Land (Luxemburg) zu „Rost“ 2001.)

 

Helminger widerlegt mit „Rost“ das (...) von einem Großkritiker bekräftigte „Naturgesetz“, dass ein guter Prosaautor nicht zugleich gute Lyrik schreiben könne.(...)  Die Sprache staut sich oftmals in kleinen Wirbeln, die eine befremdende, eben poetische Wirkung erzeugen und zudem den Anspruch einer bis ins Mikroskopische gehenden Präzision der Beobachtung belegen.

(Stadtrevue (Köln) zu „Rost“ 2001.)

 

„Rost“ verfügt über eine gewisse Dichte, einen lyrischen Klang und bisweilen auch über besondere Suggestionskraft. (...)

(Edit - Papier für neue Texte (Leipzig) zu „Rost“ 2001)

 

Helminger (...) präsentiert in seiner zweiten Hörspielarbeit (...) ein Kabinett hermetisch in sich gekehrter Figuren - und schafft damit eine Atmosphäre der unüberwindbaren Vereinzelung und Beklemmung.  

(Kölner Stadtanzeiger zum Hörspiel „Fünf Sekunden Leben“, WDR 2001)

 

Doch der Eindruck, daß sich das Netz um die Protagonisten unweigerlich immer enger zuzieht, geht mindestens zu gleichen Teilen auf die raffinierte Dramaturgie des Textes zurück, die eine sprachliche Eigendynamik der zunehmenden Verstrickung in Gang setzt.

(Frankfurter Allgemeine Zeitung zum Hörspiel „Fünf Sekunden Leben“ WDR 2001)

 

Gegliedert durch einen Countdown, der fünf Sekunden auf fünfzig Minuten dehnt, verbindet das Hörspiel elegant Außen- und Innenperspektive. (...) Der raffinierte Text spiegelt diese zunehmende Verdichtung auf der formalen Ebene wieder. (...) Ausgehend von einer alltäglichen Situation gelingt Guy Helminger (...) ein intimes Gruppenporträt von fünf Menschen, die sich erschreckend ausweglos ins Beziehungsgeflecht ihres Lebens verstrickt und verbissen haben.

(Deutsche Akademie der Darstellenden Künste, Jurybegründung zur Wahl von „Fünf Sekunden Leben“ zum Hörspiel des Monats März 2001)

 

Guy Helminger legt mit Leib eigener Leib einen außergewöhnlichen Gedichtband vor. (...) Die Diktion des Autors ist zweifellos eigen und souverän. Helminger muß den eigenen Ton nicht suchen, er hat ihn. (...)Da gibt es keine Flüchtigkeit, nichts Ungenaues, nichts, das daneben gesetzt ist.

(Krautgarten - Forum für junge Literatur (Belgien) zu „Leib Eigener Leib“ 2000)

 

Er versteht es meisterhaft mit (...) Redewendungen zu spielen und mit poetischen und phonetischen Stilmitteln zu arbeiten. (...) Und wer bereits einmal die Möglichkeit hatte, Guy Helminger auf einer Lesung zu hören, der weiß, daß die Gedichte dieses Autors noch mehr hergeben, wenn er sie vorträgt.

(Radio Socio-Culturelle (Luxemburg) zu „Leib Eigener Leib“ 2000)